Illustration Industrie 4.0

Industrie 4.0 entwickelt sich positiv

In 2018 hat der Deutsche Industrie 4.0 Index* einen wichtigen Meilenstein übersprungen. Denn mit 52 Prozent hat mehr als die Hälfte aller Unternehmen Industrie 4.0 entweder in Einzelprojekten oder unternehmensübergreifend operativ umgesetzt. Es gibt also kaum noch Unternehmen, die sich nicht zumindest in Vorbereitung auf den praktischen Industrie-4.0-Einsatz befinden. Nur noch etwa jeder zehnte Betrieb verschließt sich 2018 komplett dem technologischen Trend, der in absehbarer Zukunft weiterhin deutlich an Fahrt gewinnen dürfte.

"Noch gibt es die zögerlichen Betriebe, die nach wie vor die Entwicklungen der Märkte und Anwendungen analysieren. Doch es bestehen kaum Zweifel, dass auch diese Unternehmen bald in die aktive Phase eintreten werden – schon allein, weil sie mit ihren Wettbewerbern oder auch dem eigenen Netzwerk gleichziehen müssen", bekräftigt Martin Haas, CEO der Staufen AG, seine Erwartungen.

Viele Unternehmen arbeiten bereits an neuen, digitalen Zielsetzungen

In Einzelprojekten besonders digitalerfahren sind in Deutschland der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Elektroindustrie. Bei durchgängigen operativen Konzepten dominiert dagegen der Bereich Automotive. Hier hat fast ein Fünftel Industrie 4.0 bereits umfassend operativ umgesetzt. Das erklärt sich nicht zuletzt aus den Branchenstrukturen.

"Während Maschinenbauer und Elektroindustrie durchaus heterogen vernetzt sind und vielfach auch auf individuelle Fertigungen und Anpassungen setzen, zeichnet sich die Automobilindustrie durch homogene, über Jahrzehnte abgestimmte Produkte, Prozesse und Supply Chains aus. In diesem Umfeld dürfte die durchgängige Umsetzung von ganzheitlichen Industrie-4.0-Lösungen deutlich leichter zu bewerkstelligen sein", erklärt Staufen-Vorstand Haas die Branchenunterschiede.

Während Industrie 4.0 in der selbst angewendeten Produktionstechnik der Unternehmen rasant zum Alltag wird, entwickeln sich digitale Produkte und Anwendungen für deren Kunden noch eher zögerlich. Das zeigt im Rahmen der Studie* der erstmals zusätzlich erhobene Smart Business Index. Mit 35 Punkten liegt er noch klar hinter dem Smart Factory Index, der in diesem Jahr auf 42 Punkte angestiegen ist. Produkte und Lösungen mit Industrie-4.0-Bezug haben bisher nur 21 Prozent der Unternehmen fest im Angebot. Komplette neue Geschäftsmodelle auf dieser Basis finden sich erst bei 5 Prozent der Betriebe.

"Viele Unternehmen arbeiten aber bereits an neuen, digitalen Zielsetzungen oder komplett neuen Produkten. Dennoch fällt auf, dass die Industrie hierzulande bei der digitalen Transformation den Blick immer noch viel zu sehr nach innen richtet. Effizienz steigern, Kosten senken, Abläufe transparent gestalten – das sind alles wichtige Ziele. Doch wer Industrie 4.0 nicht erheblich darüber hinausdenkt, verpasst gerade eine technologische Zeitenwende [...]", gibt Thomas Rohrbach, Geschäftsführer von Staufen Digital Neonex, zu bedenken.

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*Für den Deutschen Industrie 4.0 Index 2018 hat die Unternehmensberatung Staufen gemeinsam mit Staufen Digital Neonex rund 450 Industrieunternehmen in Deutschland befragt. Gut zwei Drittel der befragten Unternehmen entstammen dem Maschinen- und Anlagenbau, der Elektro- und der Automobilindustrie.